Review: Yuuma Game

Banner für das Forum-Review zu Yuuma Game. Eine Zusammenstellung aus Ingame-Bildern inklusive Logo und Yuuma, sowie eine Chibi-Aya.

Yuuma Game ist eine humorvolle Mischung aus Puzzle Game, Danmaku und Match-Four. Yuuma muss sich auf die Suche nach ihrem geliebten Löffel machen, frisst dabei Kugeln von Angreifern und macht kuriose Begegnungen.

Kurzüberblick

GenrePuzzle Game
PreisKostenlos auf itch.io
EntwicklerWOAH_MAAAN
Spieldauer~6h (plus 1h+ Postgame)
Pluspunkte
  • Abwechslungsreiche Bosskämpfe
  • Humorvolle Story und Dialoge
Minuspunkte
  • Gelegentlicher Frust durch bestimmte Gimmicks

Bewertung

Empfohlen

★★★★★ „Boy, that was certainly one wacky experience!“ – Youma Toutetsu

Yuuma Game ist ein unterhaltsames Spiel mit sich regelmäßig erweiternden Mechaniken und viel absurder Comedy.

Das wars! Yuuma hat den Löffel abgegeben. Genauer gesagt, sie wacht ohne ihn im Bambuswald auf. Wie schlimm kann dieser Tag noch werden?

Also begibt sich sich Yuuma auf eine Verfolgungsjagd quer durch den Wald, über den Youkaiberg und in die Tiefen der Erde, immer nur einen Schritt hinter den Löffeldieben.

Gameplay

Natürlich wird sie dabei, wie es in Gensoukyou üblich ist, mit allerlei Kugeln beschossen. Für die jederzeit gefräßige Yuuma ist das aber kein Problem, schließlich kann sie die Kugeln einfach aufsaugen. Zerstört sie Projektile in ihrem Magen, greift sie wiederum den Gegner an, und falls dabei viele Kugeln einer Sorte zerstört werden, wird der Schaden exponentiell größer.

„I really suck!“
– Yuuma „Specific“ Totetsu

Klingt einfach, oder? Aber aufgepasst – wird Yuuma von einem Projektil getroffen, das nicht direkt in ihrem Mund landet, nimmt sie Schaden. Sowohl ihr Atem als auch der Platz in ihrem Bauch sind begrenzt, also muss sie im richtigen Moment Kugeln inhalieren. Nicht zuletzt auch, weil es Projekte gibt, die ihr immer Schaden machen. Also heißt es ausweichen, Überblick über den aktuellen Stand im Magen behalten und im richtigen Moment reinhauen. Der eigentliche Danmaku-Aspekt ist dabei etwas entspannter; pixelgenaues Grazen ist hierfür gewöhnlich nicht nötig.

Das Spiel hält sich selbst unterhaltsam und fordernd, indem fast alle Gegner ein spezifisches Gimmick besitzen. Dieses nimmt immer direkten Bezug auf den jeweiligen Charakter – so nutzt Sanae eine riesige Schlange, um den Bildschirm zu teilen, und Yuuma muss Frosch-Projektile nutzen, um über die Schlange zu springen, und um Youmu zu besiegen, muss zuerst ihre Phantomhälfte ausgeknockt werden.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels schwankt stark. Manche Bosse können einen durchaus für eine Weile aufhalten, und nicht alle davon findet man am Ende des Spiels. Umgekehrt gab es im letzten Drittel Kämpfe, die ich gewinnen konnte, bevor ich überhaupt das Gimmick komplett verstanden hatte.

Neben den eigentlichen Kämpfen gibt es simpel gehaltene Rätsel in der Welt zu lösen, größtenteils im Stil „Finde X, um an Y vorbei zu kommen“.

Umsetzung

Stil: Neben dem Spielprinzip gibt es zwei herausstechende Merkmale an Yuuma Game: Der verspielte Zeichenstil (charakteristisch für Projekte von WOAH_MAAAN) und der Humor des Spiels. Um es kurz zu sagen: Yuuma Game nimmt sich selbst kein bisschen ernst.

Vor allem sind die auftretenden Charaktere meist eine Karikatur ihrer selbst. Wenn man Yuuma nicht aufhält, frisst sie alles, bis hin zu Gebäuden; Joon hingegen versucht, sich von Goldbarren zu ernähren. Aya ist die mit Abstand unseriöseste Journalistin der Welt, Youmu ist ein Edgelord … und Patchouli spielt Dota 2?

Die Dialoge unterhalten mit Wortwitzen, bait-and-switch, Referenzen, Redundanzen und allgemeiner Absurdität. Da gibt es eine Steintafel, die sich nach einem Kommentar bei Yuuma beschwert, dass sie nur eine Steintafel ist und sie darum gar nicht hören kann (aber das ist schon okay), oder eine weise Erkenntnis von Reisen: „Dieser Löffel hat mir nur Probleme gemacht, seitdem er aufgetaucht ist und anfangen hat, mir Probleme zu machen!“.

Musik: Der Soundtrack ist generell einfaches Chiptune. Musik wächst nicht an Bäumen, aber es wäre schön gewesen, wenn es mehr Lieder gegeben hätte. Die drei Hauptareale haben jeweils ein Lied, und sehr ausgewählte Bosse haben ein eigenes Theme, aber während der restlichen Kämpfe (und damit sicher während der Hälfte der Spielzeit) läuft durchgehend dasselbe Lied.

Gameplay: Das Gameplay ist spaßig, kann jedoch gelegentlich auch etwas frustrieren. Ich habe nie so wirklich ein Gefühl dafür bekommen, welche Projektile wann genau eingesammelt werden. Man muss oft zielgenau zuschlagen und für einen kurzen Moment einsaugen, nur, damit dann ein viel weiter entferntes schädliches Projektil über das gewünschte direkt vor Yuuma priorisiert wird.

Ansonsten ist es eben so, wie es oft mit Gimmick-Spielen ist – nicht immer machen die Gimmicks auf Dauer Spaß. Manche Bosse haben so viel Leben, dass es sich etwas abnutzt. Andere wiederum machen den Abgang, bevor man alle Mechaniken verstanden hat.

Nach dem Ende der Geschichte gibt es die Möglichkeit, sich noch ein paar zusätzlichen Herausforderungen (allgemein bereits bekannte Bosse mit erschwerten Bedingungen) zu stellen, sowie einem finalen Extra-Boss – und möglicherweise noch mehr, aber das ist der Punkt, bis zu dem ich es geschafft habe.

Zusammenfassung

Yuuma Game ist ein humorvolles Spiel mit abwechslungsreichem Gameplay. Es bietet unterhaltsame Dialoge und vielseitige Bosskämpfe.

Für Spieler auf Linux: Yuuma Game läuft problemlos über den Wine-Programmstarter. Falls man Gamescope nutzen will, um das Fenster frei zu skalieren (was das Programm normalerweise nicht erlaubt, möglicherweise, um das Pixelart korrekt zu rendern), wird unter Umständen kein Maus-Input angenommen, aber da ich auf GS verzichten konnte, habe ich es nicht weiter getestet.